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Kitzbühel

Im Kitzbüheler Stadtverkehr fahren E-Busse gratis für die einheimische Bevölkerung

Die neuen E-Busse für Kitzbühel wurden präsentiert

Präsentierten das neue E-Bus-Konzept in Kitzbühel: Andreas Schranz, Andreas Knapp, Landesrat René Zumtobel, Bürgermeister Dr. Klaus Winkler, Alexander Jug, Stadtrat Hermann Huber und Jörg Kickenweitz (v.l.) © Felix Obermoser

In Kitzbühel fahren jetzt im gesamten Stadtverkehr umweltfreundliche E-Busse und bringen einen klaren Mehrwert für Fahrgäste und AnrainerInnen. Einzigartig in Tirol ist zudem, dass alle Bürgerinnen und Bürger die E-Busse mit der Bürgerkarte kostenlos benützen können.

 

„Dieses Angebot ist einzigartig in Tirol und gibt es nur in der Stadt Kitzbühel“, erklärt Bürgermeister Dr. Klaus Winkler und verweist auf die Details: Seit Anfang Mai wird der gesamte Kitzbüheler Stadtverkehr mit E-Bussen und nicht mehr mit Dieselbussen betrieben. „Und mit der Bürgerkarte können alle Kitzbühelerinnen und Kitzbüheler die Stadtbusse gratis benützen.“ Neu sind außerdem die längeren Betriebszeiten, ein durchgängiger Stundentakt, die verbesserte Anbindung des Siedlungsgebiets Sonngrub und des Gesundheitszentrums. „Unsere E-Busse fahren pro Jahr zusammen emissionsfreie 110.000 Kilometer“, ergänzt Verkehrs-Stadtrat Hermann Huber und unterstreicht damit, den umweltfreundlichen Stadtverkehr in Kitzbühel.

Die beiden Stadtverkehrslinien 1 und 2 bedienen die Strecken Hahnenkamm–Volksschule–Badhaussiedlung–Bichlalm (Linie 1) und Siedlung Frieden–Bahnhof–Staudach (Linie 2).

Beide Linien fahren Montag bis Samstag von ca. 6.30 Uhr bis ca. 20 Uhr und sonn- und feiertags von 8 bis 18 Uhr im Stundentakt.

 

E-Busse bringen Vorteile für AnrainerInnen: Viel weniger Lärm und Feinstaub

Ein E-Bus ist deutlich leiser als ein Dieselbus. Das ist im Ortsgebiet besonders relevant.

Bei einer Fahrt mit Tempo 30 ist ein E-Bus nur halb so laut wie ein Dieselbus. An einer Haltestelle ist ein E-Bus beim Stoppen und Anfahren sogar um das Zweieinhalbfache leiser als ein Dieselbus. Das bedeutet eine Lärmreduktion für AnrainerInnen, die an der Busfahrstrecke oder in der Nähe einer Haltestelle wohnen.  

Auch die lokale Feinstaubbelastung lässt sich durch E-Mobilität deutlich reduzieren: Der direkte Ausstoß von Feinstaub entfällt.  Die Feinstaubemission vom Abrieb der Reifen, der Bremsen und der Straße sind beim E-Bus deutlich geringer. Bei der Rekuperation, also der Rückgewinnung der Energie während des Bremsvorgangs, wird die mechanische Bremse deutlich weniger beansprucht. Gerade bei Stadt- oder Ortsverkehren ist durch das ständige Stop-and-Go der Unterschied zwischen E-Bus und Dieselbus besonders groß.  

Mobilitätslandesrat René Zumtobel freut sich über das Projekt: „Kitzbühel zeigt, wie Gemeinden den öffentlichen Verkehr konsequent weiterentwickeln können: nicht als Einzelmaßnahme, sondern als Gesamtpaket aus neuer Technologie sowie verbessertem Fahrplan – und das alles in enger Abstimmung vor Ort. Besonders wichtig ist, dass mit Sonngrub und dem Gesundheitszentrum zusätzliche Ziele angebunden werden und der Stadtverkehr damit noch stärker Teil der Daseinsvorsorge wird. Solche Projekte machen sichtbar, dass die Mobilitätswende direkt in und mit der Region stattfindet.“

 

Moderne Fahrzeuge und günstig im Betrieb 

Für die beiden Linien stehen drei Fahrzeuge der Marke MAN zur Verfügung, die von ÖBB Postbus betrieben werden. Die Busse sind zehn Meter lang und bieten Platz für jeweils rund 80 Fahrgäste. Sie werden nachts über eine eigene Ladestationen auf dem Betriebshof von Postbus in Kitzbühel geladen. E-Mobilität garantiert zudem Unabhängigkeit von Schwankungen beim Dieselpreis.  

Postbus Verkehrsleiter Andreas Schranz begrüßt die Zusammenarbeit aller Beteiligten: „ÖBB Postbus freut sich, dass wir in Zusammenarbeit mit VVT, Stadt Kitzbühel und dem Land Tirol dieses E-Bus Projekt umsetzen dürfen. Alle Vorarbeiten, der Bau der notwendigen Infrastruktur und die Schulung unserer MitarbeiterInnen sind abgeschlossen und gehen jetzt in den Echtbetrieb über.  Im Betrieb von E-Bussen verfügen wir bereits über große Erfahrung und können eine reibungslose Umsetzung garantieren.“

Die verbesserten Fahrpläne bringen deutliche Vorteile: So profitieren zum Beispiel PendlerInnen, die besonders früh bzw. spät arbeiten und durch die Erweiterung des Bediengebietes, Personen, die im Siedlungsgebiet Sonngrub wohnen. Auch am Wochenende ist die Mobilität innerhalb Kitzbühels deutlich verbessert. 

 

Kostenloses-Busangebot für KitzbühelerInnen mit Bürgerkarte

Ein weiteres Highlight ist neben dem regional ausgearbeiteten und gemeinsam mit der Bevölkerung abgestimmten neuen Fahrplan, das erstmalig in Tirol eingeführte Konzept „Bürgerkarte ist Fahrkarte“.

Die Stadtgemeinde Kitzbühel und ddas Regionalmanagement gingen im Sommer 2025 in die Umsetzung des Projektes, damit alle Kitzbühelerinnen und Kitzbüheler mit der Bürgerkarte die Möglichkeit bekommen die lärm- und abgasfreien Stadtbusse kostenfrei nutzen zu können. „Allein zwischen Oktober 2025 und März 2026 haben rd. 10.000 Personen dieses neue Angebot genutzt“, zeigt sich Verkehrsreferent Huber erfreut über den großen Erfolg beim öffentlichen Personennahverkehr in Kitzbühel. In Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement ist es der Stadtgemeinde Kitzbühel gelungen, ein attraktives, sauberes Stadtbusangebot zu schaffen, das für die Kitzbüheler Bürger bequem und kostenfrei nutzbar ist.

„Kitzbühel ist die erste Stadt in Tirol, die neben der Umstellung aller Stadtbusse auf 
 E-Fahrzeuge, auch die kostenfreie Nutzung des Angebotes für die BürgerInnen ermöglicht hat“, bringt es Bürgermeister Dr. Winkler noch einmal auf den Punkt. „Die hohen Nutzungszahlen geben uns recht, das attraktive Gesamtkonzept wird sehr gut angenommen.“

„So kann öffentliche Mobilität funktionieren. Auf die Bedürfnisse der Fahrgäste abgestimmt, lärm- und emissionsfrei, bequem und einfach zu nutzen. Die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Kitzbühel und die regionale Planung der einzelnen Punkte zeigt Innovationswillen und Weiterentwicklung“, ergänzt Andreas Knapp, Mobilitätskoordinator der Region Kitzbühel bei Regio Tech.

 

Vorteile für Fahrgäste und Anrainer

VVT-Geschäftsführer Alexander Jug fasst die Verbesserungen zusammen: „Die E-Busse sind nicht nur deutlich sparsamer im Betrieb, sondern bringen auch klare Vorteile für unsere Fahrgäste und die Anrainer – durch weniger Lärm, bessere Luft sowie ein noch besseres und komfortables Angebot.“ So profitiert die gesamte Region von einem modernen und kundenfreundlichen Stadtverkehr.

 

Mit Bundesförderung umgesetzt

Das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur fördert mit dem EU-Programm EBIN die Umstellung von Bussen auf emissionsfreie Antriebe mit 60 Prozent der Mehrkosten von Bussen und 40 Prozent der Kosten der Infrastruktur. Für das Projekt im Stadtverkehr Kitzbühel hat der VVT um diese Förderung angesucht. Damit wurde eine wesentliche Grundlage für die Finanzierung der Umstellung auf E-Betrieb geschaffen. 

28.05.2026